Ich will ihr Geld nicht. Chef des Friedrichstadt-Palasts geht auf AfD-Wähler los – Quelle: http://www.berliner-kurier.de/28531398 ©2017

Kommentar von Freemind-Online

Wenn AfD-Gegner in ihrem Hass baden, ohne das sie wirklich stichhaltige Argumente vorbringen können, warum sie die AfD und deren Wähler hassen, kommt selten etwas Gutes dabei heraus. Der Berliner Friedrichstadt-Palast will künftig die AfD und die Wähler dieser Partei aus seinem Haus und von Veranstaltungen ausgrenzen. »Ich will ihr Geld nicht«, sagt der Intendant des Hauses. Somit wird ein weiterer Beitrag zur Spaltung der Gesellschaft durch "Spezial-Demokraten" geleistet. Wer von anderen Toleranz fordert, aber selbst nicht bereit ist diese vorzuleben, ist besser beraten einfach mal den Mund zu halten. Denn es könnte sonst geschehen, dass die Intoleranz der "Toleranten" zu einem Bumerang wird.

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„Ich will ihr Geld nicht“ Chef des Friedrichstadt-Palasts geht auf AfD-Wähler los

 
Bernd Schmidt

Bernd Schmidt, Chef des Friedrichstadt-Palasts.

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Es sind klare Worte, die Bernd Schmidt benutzt, um seinen Ärger über das Ergebnis der Bundestagswahl Luft zu verschaffen. Seinen Ärger über den Einzug der AfD in den Bundestag und das Wahlverhalten der Ostdeutschen. „Rechtspopulismus ist nicht nur ein Problem im Osten, aber bei uns im Osten ist das Problem am größten“, schreibt der Intendant des Berliner Revuetheaters in einer Mail an sein Ensemble, die dem Berliner KURIER vorliegt. Zuerst hatte Spiegel Online darüber berichtet. 

„No fucking excuse.“

"Natürlich, nicht alle AfD-Politiker sind Nazis und auch nicht alle AfD-Wähler*innen. Aber wer AfD wählte, wusste, dass er auch Nazis in den Bundestag wählt. Wer das aus Angst oder Sorge oder Protest in Kauf nimmt, ist ein Brandstifter und Mittäter. No fucking excuse", schrieb Schmidt. Der Friedrichstadt-Palast sei eine bedeutende Kulturinstitution im Osten, deshalb erwachse daraus auch eine Verantwortung.

Schmidt schreibt weiter, dass ihm Ensemble-Mitarbeiter erzählt hätten, „wie manche unserer nicht deutschen oder deutschem, aber nicht deutsch aussehenden Kinder auf Schulwegen, in Bussen und Bahnen unter geringschätzigen Blicken, Zischeleien oder offenen Anfeindungen von deutschen 'Volksgenossen' zu leiden haben". Das heiße nicht, dass deutsch aussehende Kinder, Erwachsene, Homosexuelle oder Juden "nicht auch mal unter geringschätzigen Blicken, Zischeleien oder offenen Anfeindungen mancher Typen mit Migrationshintergrund zu leiden haben."

„Ich will all deren Geld nicht“

Der Intendant des Friedrichstadt-Palasts zieht daraus eine klare Konsequenz. Deshalb „werden wir uns künftig noch deutlicher als bisher von 20 oder 25 Prozent unserer potenziellen Kunden im Osten abgrenzen und von Hohlköpfen mit Migrationshintergrund selbstverständlich auch. Ich will all deren Geld nicht".

Schmidt verfasste die Mail offenbar als Reaktion auf einen Kommentar des Spiegel-Online-Korrespondenten Hasnain Kazim, in dem er seine Erfahrungen als Deutscher mit dunklerer Hautfarbe beschreibt, berichtet die Nachrichtenseite. Auch in den Büros und auf der Bühne des Friedrichstadt-Palastes arbeiteten "äußerlich nicht deutsch" aussehende Kolleg*innen. Auch sie würden die in Kazims Arkel beschriebenen Gefühle der Angst kennen. (BK)

– Quelle: http://www.berliner-kurier.de/28531398